Vilniaus Šv.Teresės parapija
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Das Tor der Morgenröte
 

b2.jpg    Wegen der wiederholten Tataren-Angriffe und der Verschlimmerung der Beziehungen mit Russland hat der Großfürst Litauens Aleksandras 1503 die Stadt Vilnius mit einem Privileg ausgestattet, Mauerbefestigungen rund um die Stadt zu bauen. Man sagt, der Grundstein sei auf den Ort gelegt worden ist, wo die Straße nach Medininkai und weiter über Ašmena nach Minsk führte. Nach der Einweihung des Grundsteines begann der Bau des Tores, das später Aušros (der Morgenröte) genannt wurde. Es ist nicht bekannt, wann die Stadtmauer gebaut wurde, allerdings war die ganze Stadt schon 1522 mit Mauer umgefasst.

    Das Tor, in dem sich heute die Kapelle mit dem Bild der Mutter der Barmherzigkeit befindet, ist erstmals 1514 als Medininkai-Tor erwähnt. Der Name Porta Acialis (lateinisch), Ostra Brama (polnisch), Aštrieji vartai (litauisch=Scharfes Tor) ist erstmals 1594 verwendet worden. Die Herkunft dieses Namens ist nicht festgestellt. Die Einwohner der Vilniusser Umgegenden benutzten den Namen Ašmens vartai,_dsf0460.jpg vermutlich ist es der Name der Stadt Ašmena, den die Anderssprachigen wörtlich verstanden haben (ašmenys lateinisch heisst acies -  Schneide, Klinge) und diese Benennung wurde ins Lateinische und Polnische übersetzt. Seit wann und warum ist es litauisch als Aušros vartai (das Tor der Morgenröte) genannt, ist es auch nicht festgestellt. Solcher Name des Tores entstand womöglich wegen des Maria-Sinnbilds als Morgenstern.

    Das Gemälde der Barmherzlichen Mutter wurde nicht von Anfang an in einer Kapelle untergebracht worden. Anfangs fand das Bild der Heiligen Jungfrau in der Nische der Torinnenseite seinen Platz als ein Paar für das in derartigen Nische der Toraußenseite hängende Bild von Christus Erlöser der Welt; beide Bilder gehörten der Stadt. Das Gemälde hatte weder eine passende Kapelle noch einen gebührenden für ein Heiligenbild Schmuck, bis die Unbeschuhten Karmeliter 1626 nach Vilnius kamen. Sie erhielten ein Grudstück unweit vom Tor für den Bau ihres Klosters und einer Kirche.

    Der Bau der Kirche dauerte lange, sie wurde erst 1654 geweiht. Der Tempel ist für die große hispanische Mistikerin, Kirchenlehrerin, Reformatorin des Karmeliterordens heilige Theresia von Avila gewidmet. Das im Stadttor hängende Bild der Gottesmutter zog die Aufmerksamkeit der Karmeliter vom Anfang ihrer Ansiedelung auf sich an. Die Mönche veranstalteten Gottesdienste ihm entgegen und förderten dabei auch die Frömmigkeit der Städter. Die Stadtverwaltung beordnete 1668 die Karmeliter, das Bild der Gotesmutter instandzuhalten, und 1671 wurde eine Holzkapelle auf Sorge vom P. Karmeliter Karl vom Heiligen Geist gebaut. Während der Bauzeit wurde das Bild in der St. Theresia-Kirche aufbewahrt, danach festlich in die Kapelle übertragen.

  Als die Schweden 1702 Vilnius besetzten, wurde es verboten, das Bild öffentlich zu verehren und überhaupt sich in der Straße zu sammeln. Während der Befreiung des Tores wurde das Bild der Gottesmutter geschädigt - eine Kugel hat es durchbohrt. Anstatt der 1711 verbrannten Holzkapelle wurde 1712-1715 die bis in unsere Zeiten gelangte Mauersteinkapelle gebaut, die 1829 den klassizischtischen Baustil erworben hat. Die Kapelle ist so gebaut worden, dass die Gläubigen vor dem Gemälde in der Straße beten könnten, weil die Kapelle von seiten des Klosters zu erreichen war und Eingang darin für die Laien, besonders die Frauen, verboten war. Während der Renovierungsarbeiten 1828-1829 wurden die Seitenfenster bis zum Boden vergrössert. 1785 wurde der Handel in der Straße während des Gottesdienstes verboten. Jeder Fußgänger beliebiger Konfession musste vom Tor bis zu der Pociejus-Kapelle mit unbedecktem Kopf gehen.

_dsf0502.jpg    1844 wurden die Karmeliter für die Unterstützung der Aufständischen aus der Stadt vertrieben, das Kloster den Orthodoxen und die Kapelle der diözesanen Geistlichkeit übergegeben. Von dann an wurde der Eintritt in die Kapelle offen geworden. Noch vor der Eröffnung der Kapelle wurde 1789-1799 nach dem Projekt von Pietro di Rossi die Galerie mit der Treppe für die Pilger gebaut. Es ist ein klasizistisches zweistöckiges Gebäude mit der geschlossenen Galerie des oberen inneren und der offenen Galerie des unteren Stockwerkes. Anfangs war auch die obere Bogenhalle offen. Während der Renovierungsarbeiten 1830 sind die ehemaligen Holzbalustraden durch Steinbrüstungen ersetzt, die Öffnungen mit den Fenstern gedeckt und im Innern der Galerie die Treppe umgebaut worden. Heute ist im oberen Galeriegeschoss die Orgel errichtet (früher befand sie sich zu beiden Seiten des Altars) und die Galerie selbst mit der Kapelle verbunden.

    2002 wurden das Tor und das Gebäude der Kapelle sorgfältig restauriert, die übergemalten Dekorteile des XIX Jh. aufgedeckt.                  

 


                                                        

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GEBET ZU MARIA IM TOR DER MORGENRÖTE


O meine Mutter, Allerheiligste Jungfrau Maria, Deiner Gnade und Deiner unsagbaren Barmherzigkeit bringe ich mich ganz dar heute und immer, und besonders in der Stunde meines Todes. Dir weihe ich meine Seele und mein Leib, die ganze Hoffnung und Freude, alle meine Leiden und Nöten! Mein Leben und sein Ende lege ich in Deine heilige Hände, damit all mein Tun und Treiben nach Deinem heiligen Wunsch und dem Willen Deines liebsten Sohnes richtiggemacht und geordnet wäre!
Amen.